Kurzfassung

XING hat die öffentliche Schnittstelle zur Plattform geschlossen. Da somit kein Zugriff mehr auf die Daten des Netzwerkes möglich ist, sind „Revido!“ und „Stellenwechsel.info“ dauerhaft offline.

Fabian Beiner freut sich, wenn Sie mit ihm in Kontakt bleiben wollen.

Die ganze Story …

Im März 2018 ging XING mit einer halböffentlichen Testphase seiner Schnittstelle („API“) online. Bereits am 8. März 2012 meldete ich mich an, um Zugriff darauf zu bekommen. Ich erinnere mich an euphorische Zeiten: Das Team hinter der API war sehr passioniert. Es wurden jede Menge Ressourcen auf die Entwicklung gelegt. Man war in regem Austausch und hat Feedback aus der Community ernst genommen. Ich persönlich in engem Kontakt mit Entwicklern und hochrangigen Verantwortlichen bei XING. Ich wurde zu Events eingeladen und bekam sogar eine private Einladung zu XING nach Hamburg.

Ich programmierte „Stellenwechsel.info“. Dieser Service ermöglichte es XING-Mitgliedern eine E-Mail zu erhalten, wenn einer der eigenen Kontakte die Position oder Firma wechselt. Der Service war ein riesiger Erfolg: Knapp eine halbe Million Nutzer wurden getrackt und fast eine Million Benachrichtigen wurden per E-Mail verschickt.

Dies blieb natürlich auch bei XING nicht unbeachtet und so wurde Stellenwechsel.info offiziell seitens XING promotet. Die Sache lief einige Zeit und irgendwann – ich wurde vorgewarnt – wurde eine abgespeckte Kopie meiner Idee in der Plattform selbst eingebaut. Diese Funktion ist bis heute bei XING verfügbar.

Mit „Revido!“ folgte ein weiteres Tool von mir, welches aber bis zuletzt ein offenes Geheimnis war, da es quasi nicht promotet wurde. Dieser Service ermöglichte es, die eigenen XING-Kontakte mit nur einem Klick als CSV- bzw. Excel-Datei zu exportieren. Ein Service, der knapp 5.000 Mal benutzt wurde.

Die Schnittstelle lief ordentlich, wurde immer wieder mit neuen Möglichkeiten erweitert und einige nette Tools wurden dadurch ermöglicht. Doch irgendwann fing es an in der Fassade zu bröckeln: Nach und nach verließen viele meiner Kontakte bei XING das Unternehmen oder wurden in andere Abteilungen versetzt. Was auch Zufall hätte sein können, stellte sich im Nachhinein als Baustein der ganzen Geschichte heraus.

Zu guter Letzt hatte ich gar keinen aktiven Kontakt mehr bei XING, der auch nur irgendwas mit der Schnittstelle zu tun hatte. Mehr oder weniger überrascht wurde ich dann, als am 22. Dezember 2016 eine E-Mail von XING kam, die bekannt gab, dass man die Schnittstelle ab sofort schließt und man die aktuellen Nutzer nur noch auf Kulanz weiterhin die Schnittstelle nutzen lässt. Ausgenommen sind Partner, die vermutlich für den Service bezahlen oder strategisch besser ins Bild von XING passten. Schade war natürlich, dass Nutzer der ersten Minute hier gar nicht beachtet wurden – obwohl man maßgeblich bei der Entwicklung und dem Erfolg der API beteiligt war.

Am 21. Dezember 2018 kam dann die finale Information, dass ab dem 31. März 2019 kein Zugriff mehr auf die Schnittstelle möglich ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, alle Programme, welche die Schnittstelle von XING nutzen, sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr lauffähig.

XING hat somit einen weiteren Schritt in ein noch mehr verschlossenes und unattraktiveres Ökosystem gemacht. Wie ich – und jeder Mensch mit etwas Verständnis der Materie – dies findet, dürfte klar sein.

Mir bleibt also nur noch zu sagen:

Vielen Dank für die ganzen netten E-Mails, Nachrichten, Spenden und das viele Lob, welches ich für diese Tools erhalten haben. Es war mir ein Vergnügen! — Fabian Beiner